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Zwei Deutsche Architekturen 1949–1989

Eine Ausstellung des ifa (Instituts für Auslandsbeziehungen)
in Kooperation mit der Föderation deutscher Architektursammlungen

29. November 2017 bis 6. Januar 2018
(geschlossen vom 23. Dezember bis zum 2. Januar)
Dienstag bis Freitag 14–20 Uhr, Samstag 12–18 Uhr
Fakultätsforum im Architekturgebäude Ernst-Reuter-Platz

Eine solche Zusammenschau wird dadurch möglich, dass hier nicht wie üblicherweise die Unterschiede der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen als Ausgangspunkt genommen werden, sondern Debatten und Auseinandersetzungen, die - von wenigen Ausnahmen abgesehen - zeitgleich innerhalb der Architektenschaft auf beiden Seiten der Mauer und in den europäischen Nachbarländern geführt wurden. Zehn solcher Diskurse, u.a. über Fragen des Wohnens, des Gedenkens, der Stadterneuerung, über das Verhältnis von Tradition zu Innovation und über die gestalterische Auswirkung neuer Bautechnologien werden anhand von Bauten und Projekten vorgestellt. Sie bilden das Rückgrat der Ausstellung, zu deren Gunsten auf eine chronologische »Zeitschiene« oder gar eine strikte Ost-West-Gliederung verzichtet wurde.

Josef Kaiser / Günter Kuhnert, Kino Kosmos, Berlin 1961–62
Unbekannter Fotograf
© IRS Erkner

Den Diskursen sind gebaute Architekturen gegenübergestellt, von denen etwa ein Drittel aus der DDR und zwei Drittel aus der Bundesrepublik stammen. Diese exemplarischen Bauaufgaben, z.B. Schulen, Wohnungsbau, Kirchen und Synagogen, Theater, Industrieanlagen, Sporteinrichtungen sind in den Themengruppen Staat, Kultur und Glauben, Wohnen und Freizeit, Bildung und Ausbildung, sowie Wirtschaft und Verkehr zusammengefasst. Innerhalb der Bauaufgaben sind die ausgewählten Architekturbeispiele zwar zeitlich, nicht aber nach Ost und West geordnet. So bleibt es dem Besucher überlassen, anhand der Legenden eine politisch-geographische Zuordnung vorzunehmen.

Der historische Gesamtrahmen von 1949 bis 1989 wird durch Bild und Text eines Prologs und eines Epilogs gesteckt und damit die 40-jährige Doppelexistenz Deutschlands in Erinnerung gerufen. Die Ausstellung selbst konzentriert sich auf die Architektur. Die Frage nach den Auswirkungen der in beiden Staaten sehr unterschiedlichen gesellschaftlichen Bedingungen und der zugespitzten Systemkonkurrenz auf das Planen und Bauen insgesamt und auf die Ausdrucksformen der Architektur bleibt auf diese Weise offen und allgemein präsent.

Egon Eiermann: Olivetti Verwaltung, Frankfurt a.M., 1969–70
Foto von © Horstheinz Neuendorff
saai Karlsruhe

In die Ausstellung fließen die Ergebnisse einer mehrjährigen Forschungsarbeit am Fachbereich Architektur der Hochschule für bildende Künste Hamburg ein, an der sich zahlreiche Studenten mit ihren Arbeiten und Modellen beteiligt haben. Die Ausstellung nähert sich ihrem Gegenstand eher mit Fragen als mit Antworten. Sie geht den Divergenzen und Konvergenzen der scheinbar unabhängigen Entwicklungen nach, verweist auf ihren politischen und ökonomischen Kontext und untersucht ihren unter unterschiedlichen Rahmenbedingungen erfolgten Verlauf aus der Sicht der Disziplin selbst. Dabei hat die Ausstellung nicht den Anspruch, eine neue historische »Wahrheit« festzuschreiben, sondern sie versucht vielmehr durch Offenlegung großenteils unbekannten Materials aus ost- und westdeutschen Archiven zum Vergleich und zur Diskussion anzuregen.

Die Ausstellung wendet sich zugleich an ein allgemein interessiertes Publikum und an Fachleute. Die Diskurse und die Themen der Bauaufgaben werden mit Texten und historischen Aufnahmen bester Architekturfotografen auf großen Schautafeln und durch eine Vielzahl von Modellen vorgestellt. Zu den einzelnen Bauten finden sich zusätzliche Informationen, wie Pläne, Grundrisse und Schnitte, Innen- und Außenaufnahmen in speziell für die Ausstellung gestalteten Möbeln, die Planschränken von Architekturarchiven nachempfunden sind.

»Zwei Deutsche Architekturen« wurde seit ihrer Produktion 2004 weltweit in 26 Städten – u.a. in Athen, Bandung, Buenos Aires, Canberra, Hamburg, Istanbul, Madrid, Peking, Shanghai, Singapur und Vilnius, – gezeigt. Zahlreiche ausstellungsbegleitende Workshops und Symposien konnten gemeinsam mit lokalen Partnern realisiert werden.

Letzte Station ist jetzt Berlin, wo sie in Kooperation mit dem Institut für Architektur und dem Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin präsentiert wird.

Eröffnung am Dienstag, 28. November 2017, 19 Uhr

Es sprechen:

Prof. Dr. Christian Thomsen, Präsident der Technischen Universität Berlin

Dr. Eva-Maria Barkhofen, Vorsitzende der Förderation deutschsprachiger Architektursammlungen

Nina Bingel, Institut für Auslandsbeziehungen

Prof. Simone Hain, Kuratorin

Prof. Hartmut Frank, Kurator