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Et in arcadia ego

Monogrammist C.F. (nach Schinkel)
Prospekt einer Vieh-Arzney-Schule (1808)

von Dieter Nägelke

Inv. Nr. 20121
Monogrammist C.F. (nach Schinkel)
Prospekt einer Vieh-Arzney-Schule
Perspektivische Ansicht in bergiger Landschaft
Handzeichnung: Tusche aquarelliert auf Papier
24,4 x 31 cm (Texturscan)

Seit Mitte des 18. Jahrhunderts wurden zunächst in Frankreich, dann überall in Europa eigene Gebäude für die veterinärmedizinische Ausbildung errichtet. Neben ihrem militärischen Nutzen sollte die Tiermedizin vor allem der Erforschung und Bekämpfung von im ganzen Kontinent grassierenden Tierseuchen dienen.

Inv. Nr. 5851
Carl Gotthard Langhans
Tierarzneischule, Berlin
Anatomisches Theater: Aufriss der Eingangseite
Handzeichnung: Tusche aquarelliert auf Papier
30,8 x 40,8 cm (Texturscan)

Vermutlich angeregt durch Carl Gotthard Langhans' 1790 fertig gestellte Berliner Tierarzneischule löste auch Schinkel die neuartige Bauaufgabe in Gestalt eines allseits weitgehend symmetrischen Baus, als dessen funktionaler wie gestalterischer Ausgangspunkt ein zentrales anatomisches Theater angenommen werden darf.

Die Zeichnung ist nicht von Schinkel, sondern mit »C.F.« signiert und 1808 datiert. Der zugrundeliegende Entwurf wird aber um 1800 entstanden sein. Die geduckte Kubatur der Baumassen, die schweren, geböschten Eckpylone, das flache Relief der Wand mit den schmucklos in sie einschneidenden Öffnungen sowie schließlich die gestaucht wirkenden, griechisch-dorischen Säulen im Obergeschoss stellen die Veterinärschule in die Nähe zur französischen Revolutionsarchitektur, die Schinkel über seinen Lehrer Friedrich Gilly kennen gelernt hatte, wenig später aber zugunsten eines feingliedrigeren Klassizismus wieder verlassen sollte.


Quellen / Literatur:

S. Ausst. Kat. Antike (1979) und Ausst. Kat. Schinkel (1981). Das Blatt wurde 1974 erworben, die Langhans-Zeichnung ist Altbestand.

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