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Wie für Luise

Carl Ferdinand Langhans
Grabkapelle, Oswitz (1822)

von Katja Leiskau

Inv. Nr. 5728
Carl Ferdinand Langhans
Grabkapelle, Oswitz
Perspektivische Vorderansicht
Handzeichnung: Tusche, Bleistift aquarelliert auf Karton
80,8 x 61,3 cm (Texturscan)

Im Zuge der Umgestaltung eines ehemaligen Klosterareals in Oswitz (Wrocław-Osobowice) zum Landschaftspark ab 1811 ließ der erfolgreiche Breslauer Verleger Johann Gottlieb Korn eine baufällige Marienkapelle aus dem 18. Jahrhundert erneuern. Spätestens 1822 wurde Carl Ferdinand Langhans mit der Planung des Neubaus beauftragt, der einerseits der religiösen Bedeutung des Platzes als Pilgerstätte Rechnung tragen, vor allem aber eine würdige Umgebung für die Familiengruft der Korns bieten sollte.

Inv. Nr. 45750
Carl Ferdinand Langhans
Vorhang für das Stadttheater, Stettin
Ansicht
Handzeichnung: Tusche aquarelliert auf Papier auf Karton
33,7 x 48,5 cm

Als einziges Planungszeugnis des Projekts zeigt die Präsentationszeichnung einen überkuppelten Zentralbau, gotisierend mit großen Maßwerkfenstern, filigranen Wimpergen und Fialen. Die Transparenz der Fensterflächen, die sich im Bereich der Laterne wiederholt, wird nur partiell durch farbige Glasmalerei unterbrochen. Die Architektur ist bei feinteiliger Ornamentik von wohlgeordneter Symmetrie geprägt, die Ikonographie am Außenbau beschränkt sich beinahe nüchtern auf heraldische Motive.

Inv. Nr. 45752
Carl Ferdinand Langhans
Postament von Rauchs Blücher-Statue, Breslau
Vorderansicht
Handzeichnung: Tusche auf Papier
52,2 x 40,5 cm

Ob bei der Ablehnung des neugotischen, sicherlich durch Karl Friedrich Schinkels Planung für das Charlottenburger Luisenmausoleum inspirierten Entwurfs eher ästhetische oder finanzielle Gründe eine Rolle gespielt haben, ist nicht bekannt. Ausgeführt von Langhans wurde stattdessen, ebenfalls als Zentralbau, ein im weitesten Sinne klassizierender Entwurf mit antikischen und mitunter sogar romanischen Elementen, der im Gesamteindruck erheblich wandhafter und kompakter erscheint. Diese Kapelle ist, durch zwei Anbauten leicht verändert, in gutem Zustand erhalten.


Quellen / Literatur:

Zum jüngeren Langhans vgl. Börsch-Supan (1977) und Badstübner/Popp/Toma­szewski/Winterfeld (2005). Die lange als Kriegsverlust geltenden Blätter konnten 1995 zurück erworben werden.

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