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Vollendet

Friedrich August Stüler
Neue Synagoge, Berlin (1863)

von David Blankenstein

Inv. Nr. 17279
Friedrich August Stüler / Carl Heinrich Eduard Knoblauch
Neue Synagoge, Berlin
Schnitt durch die Apsis, Ausmalung der Altarwand
Handzeichnung: Tusche, Bleistift auf Papier
83,8 x 61 cm (Texturscan)

»Für unsern armen geisteskrank gewordenen Knoblauch habe ich den Neubau der Synagoge, der trefflich von ihm erdacht und im Rohbau beinahe vollendet war übernommen. Natürlich maurisch! Das Ganze ist übrigens sehr interessant und macht mir Freude«, schrieb Friedrich August Stüler im März 1863 und legte noch im gleichen Monat einen farben prächtigen Entwurf für die Apsis der Neuen Synagoge seines Freundes Eduard Knoblauch vor. Während sich Knoblauch im Außenbau trotz Anklängen an die Ornamentik der Alhambra in der Tradition des Berliner Backsteinbaus seit Schinkel verstand, zeichnete Stüler für das Innere einen Entwurf, der im Ornament eklektisch das verbindet, was ihm von safawidischer Kunst, aber auch von persischen Teppichen und Schmuckgefäßen bekannt war (Eva Börsch-Supan).

Inv. Nr. F 6897
Carl Heinrich Eduard Knoblauch
Neue Synagoge, Berlin
Ansicht
Foto: Foto auf Karton
47 x 39,8 cm (Texturscan)

Zwei nicht-jüdische Architekten schufen mit der Neuen Synagoge ein Kunstwerk, das mit der Pracht seiner Kuppel die Größe und den Einfluss der jüdischen Gemeinde in der Residenzstadt Berlin symbolisieren sollte, dabei durch seine Einreihung in die Straßenfront der Oranienburger Straße und seine unaufdringliche Fassade jedoch auch von der Verankerung in die bürgerlich geprägte Spandauer Vorstadt zeugte. Während Knoblauchs Kuppel und Fassade noch heute feste Größen im Berliner Stadtbild sind, hat Stülers Innenraum zwar die Pogromnacht des 9. November 1938 überstanden, wurde aber nach Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg 1958 abgerissen, so dass heute nur noch Knoblauchs Fassade den Ursprungsbau zeigt.

Inv. Nr. F 6900
Carl Heinrich Eduard Knoblauch
Neue Synagoge, Berlin
Blick in die Apsis
Foto: Foto auf Karton
38,7 x 43,7 cm (Texturscan)


Quellen / Literatur:

Vgl. Börsch-Supan (1977), Hammer-Schenk (1981), Ausst. Kat. Synagogen (1983) und Charbonnier (2007). Die Nachlässe von Eduard, Gustav und Arnold Knoblauch kamen in den 1980er Jahren teils als Schenkung, teils als Ankauf in die Sammlung.

Mehr dazu im Architekturmuseum:

https://architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/index.php?p=51&SID=15844602303552

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