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Fernverkehr

Ludwig Heim
Bahnhof, Hannover. Schinkelwettbewerb 1869 (1869)

von Franziska Schilling

Inv. Nr. SW-A 1869-14
Ludwig Heim
Bahnhof, Hannover. Schinkelwettbewerb 1869
Querschnitt durch die Bahnhofshalle; 2 Maßstabsleisten (Fuß, Meter)
Handzeichnung: Tusche aquarelliert auf Karton
60,8 x 95,5 cm (Texturscan)

Seit 1852 vergibt der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin jährlich zum Geburtstag des Meisters am 13. März den Schinkelpreis: Zweifellos der in seiner über 150–jährigen Kontinuität und, damals wie heute, thematischen Vielfalt der erstaunlichste und wichtigste deutsche Entwurfswettbewerb für Hochschulabsolventen an der Schwelle zum Beruf.

Inv. Nr. SW-A 1869-04
Ludwig Heim
Bahnhof, Hannover. Schinkelwettbewerb 1869
Perspektivische Ansicht
Handzeichnung: Tusche aquarelliert auf Karton
44,4 x 76,1 cm

1869 wurde erstmals ein fachspartenübergreifendes Thema ausgeschrieben, dass sich mit dem Entwurf eines Empfangsgebäudes und einer Zentralbahnhofsanlage für den Bahnhof Hannover zugleich an Architektur und Ingenieurbau richtete. Der junge Regierungsbauführer Ludwig Heim suchte mit einer spektakulären, über vier Meter langen Fassadenabwicklung die Konkurrenz in der Fachsparte Architektur für sich zu entscheiden. Auch der Querschnitt offenbart die ungeheure Größe der Perronhalle, die nicht als gängiger Kopf-, sondern als verkehrstechnisch innovativerer Durchgangsbahnhof konzipiert ist. Nach Vorbild aus dem industriell weiter fortgeschrittenen England überspannte Heim die insgesamt zehngleisige Anlage mit einer gewaltigen lichtdurchfluteten Glas-Eisenhalle, deren Größe und filigrane Konstruktion er mit seiner zart aquarellierten Zeichnung effektvoll in Szene zu setzen weiß.

Inv. Nr. BZ-F 07,023
Hubert Stier / F. Reinecke
Bahnhof, Hannover
Ansicht des Bahnhofsgebäudes
Foto: Foto auf Karton
42,8 x 54,7 cm (Texturscan)

Schinkelwettbewerbe waren und sind keine Realisierungskonkurrenzen, aber sie behandeln häufig Aufgaben und Themen, deren tatsächliche Umsetzung in der Luft liegt. Der Hannoveraner Bahnhof wurde 1875–1880 nach Entwürfen Hubert Stiers ausgeführt, der, ebenfalls ein Mitglied des Vereins, sich in Anlage und Einzelformen ganz offensichtlich vom Schinkelpreisträger inspirieren ließ.


Quellen / Literatur:

Vgl. AIV (1955), Siegner (1988) und Ausst. Kat. Schinkel-Wettbewerb (2006). Die Schinkelwettbewerbe wurden 1952 von der Bibliothek der Technischen Universität erworben und werden bis heute vom Architekturmuseum gesammelt.

Mehr dazu im Architekturmuseum:

https://architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/index.php?p=51&SID=1584633092547

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