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Alles in Einem

Ludwig Hoffmann
Eisenkonstruktion für ein Etagenwohnhaus (1877)

von Julia Blöser

Inv. Nr. 2435
Ludwig Hoffmann
Eisenkonstruktion für ein Etagenwohnhaus
Ansicht des Wohnhauses und Details
Handzeichnung: Tusche, Tinte farbig, aquarelliert auf Karton
60,1 x 74,9 cm (Texturscan)

»Der Lehrplan entsprach den Anforderungen im späteren Examen für Regierungsbauführer, die künstlerische Seite des Studiums war dabei arg vernachlässigt. Physik, Chemie [...] Eisenbahnbau und Maschinenbau wurden in großer Ausführlichkeit vorgetragen, für das eigentliche Architekturstudium blieb da nur geringe Zeit« – mit wenig Begeisterung blickte Ludwig Hoffmann auf seine 1874 gemeinsam mit seinem Freund Alfred Messel begonnene Studienzeit an der Berliner Bauakademie zurück. Und tatsächlich überwog dort, wo künftige Baubeamte ausgebildet werden sollten, das Technische das Künstlerische, galten Fleiss und Disziplin mehr als Kreativität. Spätestens im fortgeschrittenen Fach »Baukonstruktion mit Anwendung der Kunstformen« bewies sich, wozu die dekorativ-ornamentalen und gebäudekundlichen Kurse auf der einen und der naturwissenschaftliche und konstruktive Unterricht auf der anderen Seite die jungen Eleven befähigte. Mit höchster zeichnerischer Präzision wird nicht nur die künstlerische Gestaltung des Wohnhauses, sondern zugleich sein bautechnischer Aufbau bis in die Details der Eisenkonstruktion seines Ladengeschosses entworfen.

Inv. Nr. 2432
Ludwig Hoffmann
Projekt zu einer Wegeunterführung und einer Brücke einer 2-gleisigen Eisenbahn
Profile, Grundrisse
Handzeichnung: Tusche, Tinte farbig, aquarelliert auf Karton
76,7 x 60,1 cm

Für Hoffmann wie für viele andere seiner Studienkollegen machte sich die harte Schule bezahlt: Von 1896 bis 1924 war er Berliner Stadtbaurat, gestaltete in dieser Funktion unzählige Krankenhäuser, Schulen, Volksbadeanstalten, Amtsgebäude sowie Museumsbauten und profitierte fortwährend von seiner Ausbildung, die ihm jede einzelne Aufgabe in allen ihren Ansprüchen – künstlerisch, technisch und ökonomisch – zu bewältigen in die Lage versetzte.

Inv. Nr. 2444
Ludwig Hoffmann
Kleines Cafehaus am See
2 Ansichten, Schnitt, Grundriss
Handzeichnung: Tusche aquarelliert auf Karton
76,7 x 60,2 cm


Quellen / Literatur:

Zu Hoffmann s. vor allem Ausst. Kat. Hoffmann (1986), Schäche (1996) und Döhl (2004). Die Zeichnungen gelangten 1960 durch Schenkung in die Sammlung.

Mehr dazu im Architekturmuseum:

https://architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/index.php?p=51&SID=15846335137909&done=0#380180

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