arrow_back arrow_forward

Endlich: Spree-Athen

Johann Heinrich Strack
Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel, Berlin (1877)

von Kristiane Kochendörffer

Inv. Nr. 17109
Johann Heinrich Strack
Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel, Berlin
Perspektivische Ansicht der Hauptfassade der Nationalgalerie
Handzeichnung: Tusche und Bleistift aquarelliert auf Karton
66,9 x 101,3 cm (Texturscan)

Die Idee zur Nationalgalerie reicht bis in die Zeit der Befreiungskriege zurück, als sich im Wunsch nach einem »Museum Deutscher Kunst« zugleich das wachsende bürgerlich-nationale Selbstbewusstsein ausdrückte. Als das Gebäude aber im Anschluss an die Schenkung der bedeutenden Gemäldesammlung des Bankiers und Generalkonsuls Johann Heinrich Wagener an das Königshaus 1861 konkrete Formen annahm, hatten sich die Vorzeichen geändert. Von Friedrich August Stüler geplant, nach seinem Tod 1865 durch Johann Heinrich Strack weitergeführt und 1876 eröffnet, drückte die Architektur des dritten Museums auf der Insel nun ebenso deutlich einen monarchischen Anspruch aus. Pate stand Leo von Klenzes Walhalla, die nicht der Verherrlichung eines Herrschers, sondern der großen Geister der Nation dienen sollte. So verhält es sich auch mit Friedrich Gillys Entwurf eines Denkmals für Friedrich den Großen und dessen Spiegelung in den architektonischen Ideen Friedrich Wilhelms IV. (1795–1861), der als Wegbegleiter des Projekts im von Allegorien der Künste umfassten Reiterstandbild Alexander Calendrellis auf der Freitreppe des Museums verewigt wurde.

Inv. Nr. 17112
Johann Heinrich Strack
Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel, Berlin
Kuppelsaal, Teilentwurf
Handzeichnung: Bleistift aquarelliert auf Karton
49,5 x 30,1 cm (Texturscan)

Als hoch aufgesockelter korinthischer Pseudoperipteros beschwört die Nationalgalerie wie kaum ein anderer Museumsbau den Anspruch eines zum Heiligtum entrückten Kunsttempels, in dem Kunst unter dem Schirm der Nation als quasi-sakrale Vermittlerin zwischen Monarchie und Bürgertum agiert. Für die museologische Kunstvermittlung und eine wachsende Sammlung war das streng gefügte Gebäude freilich weniger geeignet, so dass schon 35 Jahre nach seiner Eröffnung ein weitgehender Umbau vorgenommen werden musste.

Inv. Nr. F 6919
Friedrich August Stüler / Hermann Rückwardt
Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel, Berlin
Treppenhaus
Foto: Foto auf Karton
57 x 44 cm


Quellen / Literatur:

Zu Stüler s. Börsch-Supan/Müller-Stüler (1997), zur Nationalgalerie Blauert/Bähr (2009). Der Nachlass Stracks wurde dem Museum 1886/87 von dessen Witwe verkauft.

Mehr dazu im Architekturmuseum:

https://architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/index.php?p=51&SID=15846335892611

Inv. 17109 in Originalgröße herunterladen