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Malerische Präzision

Robert Koldewey
Tempel, Selinunt. Rekonstruktion der Säulenordnung Tempel E (sog. Hera-Tempel) (1893)

von Franziska Schilling

Inv. Nr. 14692
Robert Koldewey
Tempel, Selinunt. Rekonstruktion der Säulenordnung Tempel E (sog. Hera-Tempel)
Detail Gebälk
Handzeichnung: Tusche aquarelliert auf Karton
55,1 x 40,9 cm (Texturscan)

Bevor Robert Koldewey – Archäologe und Bauforscher – 1898 Leiter der Ausgrabungen in Babylon wurde, reiste er gemeinsam mit Otto Puchstein nach Unteritalien und Sizilien, um dort die griechischen Tempel zu erforschen. Das 1899 publizierte zweibändige Werk »Die griechischen Tempel in Unteritalien und Sicilien« ist bis heute ein noch gültiges wissenschaftliches Standardwerk der antiken griechischen Stätten in der Magna Graecia. Ein Ergebnis dieser Forschungen war, dass man sich der Vielfalt bewusst wurde, die innerhalb der dorischen Ordnung möglich war.

Inv. Nr. 14688
Robert Koldewey
Tempel, Selinunt. Rekonstruktion der Säulenordnung Tempel A
Teil-Aufriss des Gebälks mit Säulenkapitell und Säulenschaft 1:20
Handzeichnung: Bleistift aquarelliert auf Karton
45,1 x 34,1 cm (Texturscan)

In seiner Zeichnung legt Koldewey eine Kombination aus Bauaufnahme und Rekonstruktion des vermutlich der Hera geweihten Tempels E (um 460–450 v. Chr.) vor. Während traditionell in Rekonstruktionszeichnungen die Ecke eines Gebälks gezeigt wird, konzentriert sich Koldewey auf die Frontalansicht, in der sich die Wirkung der Ordnung besonders entfaltet. Erstaunlicherweise verzichtet er jedoch auf die Darstellung der annähernd lebensgroßen Figuren der skulptierten Metopen, die sich im Archäologischen Regionalmuseum Palermo befinden und bereits 1834 veröffentlicht worden waren.

Inv. Nr. 14690
Robert Koldewey
Tempel, Selinunt. Rekonstruktion der Säulenordnung Tempel C
Teil-Aufriss des Gebälks mit Säulenkapitell 1:20
Handzeichnung: Bleistift aquarelliert auf Karton
34 x 25,4 cm (Texturscan)

In den von Koldewey überlieferten Blättern zeigt sich sein malerisches Verständnis von Architektur sowie sein außerordentliches zeichnerisches Talent – durch sein bildnerisches Gestalten gelingt es ihm, das Vergangene für heutige Betrachter lebendig werden zu lassen.


Quellen / Literatur:

Vgl. Koldewey/Puchstein (1899). Die Herkunft der Koldewey-Blätter konnnte nicht geklärt werden.

Mehr dazu im Architekturmuseum:

https://architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/index.php?p=51&SID=15846341574032

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