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Beginn der Moderne

Hendrik Petrus Berlage
Börse, Amsterdam (1896)

von Robert Habel

Inv. Nr. 18173
Hendrik Petrus Berlage
Börse, Amsterdam
Perspektivische Ansicht
Handzeichnung: Tusche aquarelliert auf Karton
44,8 x 75,6 cm (Texturscan)

Noch im Jahr 1926 erklärte Adolf Behne in seinem Buch vom modernen Zweckbau die Amsterdamer Börse zu einem der Gründungsbauten moderner Architektur. Bereits 1885 hatte sich Berlage an einem internationalen Wettbewerb für den Neubau der Amsterdamer Handelsbörse mit einem Entwurf im niederländischen Renaissancestil beteiligt. Da letztlich keiner der eingereichten Entwürfe die Preisjury überzeugen konnte, wurde das Projekt beiseitegelegt. Erst 1896 beschäftigte sich Berlage erneut mit dem Börsenneubau, nun von der Stadt direkt beauftragt.

Inv. Nr. 18174
Hendrik Petrus Berlage
Börse, Amsterdam
Perspektivische Ansicht
Handzeichnung: Tusche auf Karton
70,4 x 53,3 cm

Bei dem Blatt handelt es sich um die Straßenansicht aus der ersten Folge von Zeichnungen jenes Jahres. Im Unterschied zum Wettbewerbsentwurf erscheint der Formenapparat deutlich reduziert und offenbart nur an wenigen Stellen wie beispielsweise dem Turm am Eingang, historische Stildetails. Die folgenden Überarbeitungen von 1897 und 1898 zeigen noch eine stärkere Zurücknahme historischer Reminiszenzen, bis schließlich 1903 ein sachlich-nüchterner Börsenneubau eingeweiht werden konnte, bei dem vor allem die nahezu schmucklosen Ziegelwände der ineinander verschachtelten kubischen Raumkörper die besondere Wirkung des Hauses erzielten. Neben den Börsensälen waren in dem Gebäude u.a. auch die Repräsentationsräume der Handelskammer, des Börsenvereins und ein geräumiges Restaurant untergebracht.

Inv. Nr. 18175
Hendrik Petrus Berlage
Börse, Amsterdam
Perspektivische Ansicht von Südwesten
Handzeichnung: Tusche auf Transparent und Karton
79,2 x 107,5 cm

Die Börse ist in ihrer ursprünglichen Gestaltung sowohl im Äußeren wie auch im Inneren erhalten geblieben.


Quellen / Literatur:

Vgl. Bock (1983) und Kohlenbach (1991). Die Zeichnungen gehören wahrscheinlich zu den Einwerbungen Raschdorffs.

Mehr dazu im Architekturmuseum:

https://architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/index.php?p=51&SID=15846342505765

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