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Musentempel

Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff
Königliche Oper (auch: Staatsoper unter den Linden, Lindenoper), Berlin (1741-1743)

von Julia Schubert

Inv. Nr. 10342
Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff / Johann Georg Fünck
Königliche Oper (auch: Staatsoper unter den Linden, Lindenoper), Berlin
Längsschnitt durch den Apollosaal
Handzeichnung: Tusche aquarelliert auf Papier
34,3 x 44,9 cm (Texturscan)

Unmittelbar nach seiner Krönung drängte Friedrich II. auf ein neues »Opern- und Redoutenhaus«, das sich in Deutschland erstmals als freistehender Theaterbau von seiner Bindung an das Schloss emanzipierte. Mit dem Tempel zu Ehren Apollos wies der König den Künsten eine dominante Rolle im städtebaulichen Ensemble des »Forum Fridericianum« zu. Noch vor seiner Ernennung zum »Directeur en chef« des preußischen Bauwesens erhielt Knobelsdorff den Auftrag zum 1743 vollendeten korinthischen Peristylbau, mit dem er seine am englischen Palladianismus orientierten ästhetischen Ansichten verwirklichen konnte.

Inv. Nr. 10335
Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff / Johann Georg Fünck
Königliche Oper (auch: Staatsoper unter den Linden, Lindenoper), Berlin
Grundriss 1. Obergeschoss 1:100
Druck: Druck koloriert auf Papier, auf Karton
71,8 x 109,4 cm

In einer Dedikationsmappe erklärte er seinem König, »dieses Bauwerk ist in einer Weise angelegt, dass man drei große Säle in Enfilade bringen kann, um Feste zu geben«. Eine aufwändige Konstruktion ermöglichte dazu das Anheben des sich an den Apollosaal anschließenden Zuschauerraums auf ein einheitliches Niveau mit der Bühne. In ihrer Gestaltung kontrastieren die Innenräume mit der klassizierenden Auffassung des Außenbaus zu Gunsten des vom König präferierten intimeren Stils des französisch geprägten Rokoko.

Inv. Nr. 46082
Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff / Jean Rosenberg
Königliche Oper Unter den Linden und die Hedwigskirche, Berlin
Ansicht von der Opernbrücke aus gesehen
Druck: Druck koloriert auf Papier
51,9 x 73,4 cm

Bis heute wurden vielfach Veränderungen an der »Lindenoper« durchgeführt. Der vermutlich im Vorfeld des Umbaus durch C.G. Langhans 1788 entstandene Schnitt zeigt jedoch den ursprünglichen Zustand. Den »erdbukolisch« und ganz in Weiß gehaltenen Saal bestimmte ein die umlaufende Galerie tragendes »Entablement von Satyrhermen«. Die Wandflächen blieben bis auf in Nischen eingestellte volutenbesetzte Öfen und Muschelpalmetten über den drei zum Zuschauerraum führenden Türen undekoriert.


Quellen / Literatur:

Vgl. Kadatz (1985) und Behr (1987). Die Zeichnungen zur Oper kamen unter Raschdorff in die Sammlung, der Stich von Jean Rosenberg stammt aus ehemaligen Beständen des Lehrstuhls für Geschichte der Baukunst an der Technischen Hochschule.

Mehr dazu im Architekturmuseum:

https://architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/index.php?p=51&SID=15844572167194

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