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Himmelhoch

Hans Poelzig
Hochhaus am Bahnhof Friedrichstraße, Berlin (1921)

von Dieter Nägelke

Inv. Nr. 2809
Hans Poelzig / Erich Zimmermann
Hochhaus am Bahnhof Friedrichstraße, Berlin
Perspektivische Ansicht Standpunkt D, Lösung B
Handzeichnung: Kohle auf Transparent
112,2 x 78,2 cm (Texturscan)

Ebenso wie Mies van der Rohe (1886–1969) mit seinem legendär gewordenen Glashochhaus scheiterte auch Poelzig aus formalen Gründen bereits im ersten Durchgang der Konkurrenz, die mit 144 Beiträgen vielfach prominenter Architekten hervorragend besetzt war. Dennoch wurde sein Entwurf zeitgenössisch als organische, aber auch architektonisch tragfähige Lösung besonders hervorgehoben. Aus der abstrakten Grundrissfiguration eines in einen Kreis eingeschriebenen Dreiecks entwickelt Poelzig ein im Erdgeschoss zwischen den vier Turmsockeln zu einer Passage geöffnetes, darüber aber hofloses Hochhaus. Vom Gebäudekern her funktional erschlossen, erhalten die Büroräume dank der konkav einschwingenden Fassaden sämtlich natürliches Licht. Die wohl ziegelsichtig geplanten Fronten werden vom Rastermaß ihrer Fenster geprägt, zugleich aber mittels durchlaufender Lisenen vertikalisiert – das Turmhaus strebt im Nachklang des Expressionismus himmelwärts empor.

Inv. Nr. 2801
Hans Poelzig
Hochhaus am Bahnhof Friedrichstraße, Berlin
Grundriss EG 1:200
Handzeichnung: Tusche auf Transparent
75,7 x 61,5 cm (Texturscan)

Die großformatige Kohlezeichnung, von Poelzigs Mitarbeiter Erich Zimmermann in typischer Weise als grobe, die Gebäudetextur betonende Perspektive angelegt, entstand erst später und vermutlich als Versuch, dem im Wettbewerb gescheiterten Entwurf ein Nachleben zu sichern.


Quellen / Literatur:

Vgl. Ausst. Kat. Turmhaus (1988) und Ausst. Kat. Poelzig (2007). Poelzigs Büronachlass wurde nach seinem Tod 1936 dem Architekturarchiv geschenkt.

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