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Zuhause

Bernhard Hermkes
Technische Universität Berlin. Architekturgebäude (1963-1967)

von David Blankenstein

Inv. Nr. HH 0539,092
Bernhard Hermkes / Hans Scharoun / Herta Hammerbacher
Technische Universität Berlin. Architekturgebäude
Ansicht Hochhaus und Flachbau von Westen 1:200 (Zeichnung des Architekten)
Lichtpause: Lichtpause auf Papier
48,4 x 112,9 cm

Der Ernst-Reuter-Platz im Westen Berlins, das alte »Knie«, wurde 1955 Ziel eines städtebaulichen Wettbewerbs, der die Nachkriegsmoderne West-Berlins maßgeblich prägen sollte. Gewinner war der Architekt Bernhard Hermkes, der die großzügige und autogerechte Platzanlage von riegelförmigen Hochhäusern umfassen wollte.

Inv. Nr. HH 0539,091
Bernhard Hermkes / Hans Scharoun / Herta Hammerbacher
Technische Universität Berlin. Architekturgebäude
Ansicht Hochhaus von Süden 1:100 (Zeichnung des Architekten)
Lichtpause: Lichtpause auf Papier
80,7 x 87,8 cm

Zwei dieser Gebäude konnte er schließlich selbst entwerfen: das Osram-Haus und das Architekturgebäude der Technischen Universität. Hier konnte Hermkes seine Vorstellungen von Architektur im städtebaulichen Kontext noch einmal im Kleinen umsetzen, denn ebenso wie das Hochhaus Teil der größeren Platzfigur ist, verbindet es sich mit einem Flachbauteil Hans Scharouns zu einem Ensemble, das als gemeinsame Ausbildungsstätte von Architekten und Planern seine konkrete Nutzung mit einer abstrakten Gebäudefiguration zu verbinden sucht. Hoch- und Flachbau werden von der Freiraumgestaltung der ebenfalls hier lehrenden Herta Hammerbacher umschlossen, die insbesondere in dem von den Gebäuden eingeklammerten Tiefgarten die zeittypische Verbindung von Beton und Pflanzungen verwirklichte.

Inv. Nr. ND 00085
Hans Scharoun / Markus Hilbich / Herta Hammerbacher
Technische Universität Berlin. Architekturgebäude
Ansicht über den Tiefgarten in die Galerie des Architekturmuseums
Foto: nur digital
46,7 x 31,2 cm

Alle Bereiche waren zugleich Lehrbeispiele: Das 1967 vollendete Hochhaus sollte mit seiner sichtbaren Konstruktion, der offenliegenden Gebäudetechnik und den variabel geplanten Seminar- und Arbeitsräumen eine konkrete Anschauung der Möglichkeiten zeitgemäßer Bautechnik und -konstruktion bieten, Scharouns Flachbau die Prinzipien einer organischen Raumgestaltung vorführen und Hammerbachers Freiraumplanung die Gestaltung urbanen Grüns um die solitären Riegelbauten demonstrieren.


Quellen / Literatur:

Vgl. Suckale/Brachmann (1999) und Ausst. Kat. Hermkes (2003). Die Lichtpausen gehören zum Nachlass Herta Hammerbacher.

Mehr dazu im Architekturmuseum:

https://architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/index.php?p=51&SID=15849596548303