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Der Mann mit der Brille

Fritz Bornemann
Deutscher Pavillon auf der Weltausstellung, Osaka (1968-1970)

von Claudia Zachariae

Inv. Nr. F 13226
Fritz Bornemann / Albert Breiteneicher
Deutscher Pavillon auf der Weltausstellung, Osaka
Kugelauditorium Innenansicht
Montage: Folie auf Foto auf Papier auf Karton
21 x 29,5 cm

Fritz Bornemann hat 1995 bei der Auflösung seines Büros in Berlin-Wilmersdorf das Büroarchiv kurzerhand vernichtet. Einige im Privathaus des Berliner Architekten verbliebene Akten, sowie ein Fotonachlass, der nach seinem Tod vom Architekturmuseum übernommen werden konnte, bilden immerhin eine rudimentäre archivalische Dokumentation seines Schaffens.

Inv. Nr. F 13232
Fritz Bornemann
Deutscher Pavillon auf der Weltausstellung, Osaka
Kugelauditorium Innenansicht mit Fritz Bornemann
Foto: Foto auf Papier
29,3 x 21,3 cm

Als konsequenter Vertreter der Nachkriegsmoderne prägte er mit einer Reihe markant-nüchterner Kulturbauten wie der Deutschen Oper, der Freien Volksbühne oder der Amerika-Gedenkbibliothek maßgeblich das Berliner Stadtbild. Der zugleich auch mit Ausstellungskonzepten befasste Architekt erhielt durch den 1968 gewonnenen Wettbewerb die Chance den Bundesdeutschen Pavillon auf der Expo 1970 in Osaka zu realisieren.

Inv. Nr. F 13206
Fritz Bornemann
Deutscher Pavillon auf der Weltausstellung, Osaka
Entwurf mit Kugelauditorium
Foto: Foto auf Papier
13,3 x 18,6 cm

Die großenteils unterirdische Architektur tritt in Bedeutung und Form hinter ein mediales, stark auf die elektronische Musik Karlheinz Stockhausens zugeschnittenes Konzept zurück, das mittels gezielter Dramaturgie die Aspekte Raum, Klang und Licht synergetisch zusammenfügt. Der nach außen als Kugelsegment hervortretende Kern der Anlage stellt einen innovativen publikumszentrierten Auditoriumstypus dar, dessen integrative Ausrichtung der Berliner Philharmonie von Hans Scharoun diametral gegenübersteht. Der nicht erhaltene Kugelbau stellt bis heute einen unerreicht eindrucksvollen Beitrag zur internationalen Ausstellungsarchitektur dar.


Quellen / Literatur:

Vgl. Schindler (2003). Der kleine (Rest-)Nachlass Bornemanns kam 2007 als Schenkung ins Museum.

Mehr dazu im Architekturmuseum:

https://architekturmuseum.ub.tu-berlin.de/index.php?p=51&SID=15849599444457